Von der Weser an die Elbe - 4 Tage Bikepacking

Moin!

Lange wollte ich schon einmal Bikepacking ausprobieren. Dieses Jahr war es dann endlich soweit. Für meine erste Tour hatte ich zunächst den Elbe- oder Weserradweg ins Auge gefasst. Beide gelten als relativ einfache Strecken für Einsteiger, da sie wenig Höhenmetern und eine gute Ausschilderung haben. Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich kurzerhand beide Radwege kombiniert und bin an vier Tagen von Bremen über Bremerhaven und Cuxhaven bis ins Alte Land gefahren.

Los geht’s!

Tag 1: Bremen nach Bremerhaven (ca. 66km, insgesamt ca. 5,5h)

Los ging es für mich in der Nähe von Bremen im Blockland. Das Blockland kenne ich noch sehr gut aus meiner Zeit in Bremen und ist ein schöner Ausgangspunkt für die Tour. Falls du mehr zum Blockland oder Bremen wissen willst, dann schau gerne bei meinen Tipps für ein Wochenende in Bremen nach.

Nach knapp 10km habe ich für die erste Trinkpause den Ort Vegesack erreicht. Neben einigen historischen Gebäuden in der Weserstraße ist besonders das Schloss Wätjen einen Besuch wert. Dieses liegt völlig unscheinbar mitten im Wald und hat “aus dem Nicht kommend” wirklich überrascht.

Von dort ging es weiter entlang der Weser zu den Überresten des Bunkers Valentin. Hier entstand während der NS-Zeit eine riesige U-Boot-Werft, für deren Bau unzählige Zwangsarbeiter unter schlimmsten Bedingungen gearbeitet und auch ihr Leben gelassen haben. Der Bau ist unglaublich monströs und sehr bedrückend. Ein Ort, der mich auch noch viele Kilometer später nachdenklich zurückgelassen hat. Trotzdem (oder gerade deshalb) solltest du dir die Gedenkstätte auf jeden Fall anschauen!

Danach ging es immer entlang des Deiches durch kleine Dörfer und viel Landwirtschaft.

Die nächste Pause habe ich am Strand von Rechtenfleth gemacht. Bei traumhaften Sonnenschein habe ich den Strand genossen und die Weser an mir vorbeiziehen sehen. Gleichzeitig war Rechtenfleth für mich der erste richtige Blick auf die Weser seit einiger Zeit. Das hatte mir auf den Kilometern zuvor tatsächlich etwas gefehlt.

Danach ging es weiter am Deich entlang auf den letzten Kilometern bis irgendwann am Horizont die Kräne des Hafens und die Skyline von Bremerhaven auftauchten. Das Ende der heutigen Tour.

Den Abend habe ich bei einer sehr leckeren Pizza in La Pizzeria und einem anschließenden Spaziergang durch den Yachthafen ausklingen lassen.

Ein schöner erster Tag!

Tag 2: Bremerhaven nach Cuxhaven (ca. 45km, insgesamt ca. 4h)

Nach einem Kaffee im Café Lieblingsplatz ging es für mich am zweiten Tag auf den Weserradweg weiter.

Die Strecke verlief zunächst durch das Hafengebiet. Aufgrund von teilweise sehr schlechten Radwegen und viel Verkehr war dies leider nicht der schönste Abschnitt der Etappe. Der Weg ist aber trotzdem gut zu finden, weil die Ausschilderung auf dem Weserradweg wirklich hervorragend ist! Am Ende wurde ich aber für diese Mühen mit einem sehr nahen Blick auf die Hafenkräne belohnt.

Von dort ging es entlang des Deiches bis zum kleinen Urlaubs- und Fischerort Wremen. Am Hafen habe ich meine erste Pause eingelegt. Rund um den Hafen gibt es ein paar Buden, sodass sich hier auch gut etwas zu essen oder trinken besorgen lässt.

Danach ging es weiter entlang der Wurster Nordseeküste. Die Strecke hat mir richtig gut gefallen: immer wieder ging es durch kleine, hübsche Dörfer und dazwischen am Deich entlang. Auch immer wieder kleine Pausen für einen Blick über den Deich auf die Nordsee durften nicht fehlen! Genau diese Mischung aus Weite, kleinen Orten und dem Meer war der Grund, warum ich mich für diese Tour bzw. diese Etappe entschieden hatte.

Anschließend habe ich nach entspannten 45km Cuxhaven-Sahlenburg, das heutige Ziel erreicht. Besonders schön für mich: Auf dieser Tour kam für mich ein richtiges Urlaubsgefühl auf und ich habe jeden Kilometer der Tour genossen!

In Sahlenburg habe ich mich zuerst mit hervorragenden Backfisch bei einem Stand auf dem Parkplatz des Hotels Mertinkus, ca 2km vom Strand weg, belohnt. Anschließend habe ich den Nachmittag am Strand entspannt und die Nordsee genossen. Zum Abschluss des Tages war ich dann noch sehr lecker italienisch essen bei Il Giardino.

Tag 3: Cuxhaven nach Freiburg (Elbe) - Off-day

Eigentlich sollte es ab jetzt die nächsten zwei Tage auf dem Elberadweg weiter gehen. Leider hatte ich mich die letzten zwei Tage etwas erkältet und deswegen entschieden den heutigen langen Tag in einen off-day umzuwandeln.

Statt also Kilometer zu machen, verbrachte ich den Vormittag noch entspannt am Strand in Cuxhaven. Am Nachmittag ging es mit den Öffis nach Freiburg an der Elbe. Freiburg ist ein beschaulicher kleiner Ort im Herzen des Kehdinger Lands. Den Abend habe ich dann auf dem Deich zwischen Kühen und Schafen mit Blick auf die Elbe ausklingen lassen.

Tag 4: Freiburg (Elbe) ins Alte Land (ca. 55km, insgesamt ca. 4,5h)

Der Tag Pause tat gut und so machte ich mich am nächsten Morgen mit neuen Kräften auf den letzten Abschnitt der Tour entlang des Elberadweges.

An dem Tag war es richtig warm. Zum Glück sollte ich an diesem Tag viele Möglichkeiten für Pausen an Elbstränden und kurzen Abkühlungen in der Elbe haben.

Nach den ersten Kilometern in der Hitze kam die erste Pause am Elbstrand Krautsand auch genau richtig. Der Strand ist weitläufig und lädt dazu ein sich kurz ins Wasser zu stürzen und anschließend von Strand aus die vorbeiziehenden Schiffe zu beobachten. Auch ein paar Buden stehen hier und in den Sommerferien gibt es auch viel Programm für Kinder.

Weiter ging es nach Stade. Hier solltest du unbedingt eine Pause machen und dir die Stadt angucken. Falls du noch Tipps für deinen Aufenthalt brauchst, dann schau gerne bei meinen Tipps für einen Tag in Stade vorbei.

Da ich Stade bereits gut kenne, bin ich direkt weiter gefahren zu meinem zweiten Badestopp: dem Strand in Bassenfleth. Die Abkühlung tat bei den Temperaturen auch hier richtig gut!

Einen finalen Stopp habe ich danach noch am Lühe-Anleger im Alten Land gemacht und mir zum Abschluss eine Pommes gegönnt. Rund um den Anleger gibt es jede Menge Buden und einen direkten Blick auf die Elbe. Perfekt für eine Pause!

Danach ging es die letzten Kilometer am Wasser lang nach Jork im Alten Land, dem Ziel meiner Tour.

Zum Abschluss war das noch einmal eine richtig schöne Strecke!

Wenn du schon einmal im Alten Land bist, lohnt es sich übrigens, noch eine Nacht länger zu bleiben. Auch hier kann man super Fahrrad fahren. Falls du noch Ideen für eine Fahrradtour im Alten Land brauchst, schau gerne bei meinen Tourideen vorbei.

Mir hat meine allererste Bikepacking-Tour richtig Spaß gemacht!

Besonders gefallen hat mir, wie schnell ich aus dem Alltag rausgekommen bin und ein Gefühl von Urlaub erlebt habe. Morgens aufs Rad steigen, losfahren und unterwegs einfach schauen, was der Tag bringt. Genau diese Freiheit hat für mich den Reiz vom Bikepacking ausgemacht.

Gerade für die erste Bikepacking-Tour kann ich die Strecke wirklich empfehlen. Die Route ist nahezu ohne Höhenmeter, hervorragend ausgeschildert und unterwegs gibt es viele Möglichkeiten für Pausen, Essen und Übernachtungen.

Für die Planung und Navigation habe ich Komoot und meinen Fahrradcomputer genutzt. Auch unterwegs hat diese Kombination problemlos funktioniert. Wer die Tour nachfahren möchte, findet auch auf den Seiten des Weser- und Elberadwegs viele Informationen zur Strecke.

Landschaftlich am schönsten waren für mich die Etappen von Bremerhaven nach Cuxhaven und von Freiburg nach Jork.

Gleichzeitig habe ich auf der Tour gemerkt, dass ich gerne an mehreren Orten noch mehr Zeit gehabt hätte für Erkundungen und Erholung. Künftig werde ich also auf jeden Fall mehr Pausentage einplanen.

Das war es für heute! Ich werde auf jeden Fall nochmal eine Bikepacking-Tour machen und bin schon fleißig am planen. Hast du Ideen, welche Touren ich auf jeden Fall machen sollte? Dann schreib mir gerne!

Bis nächstes Mal!

Simon

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